Roman

Carina Bartsch – Türkisgrüner Winter

Gepostet am

Tuerkisgruener_Winter_02Inhalt: In der Fortsetzung von Kirschroter Sommer geht es, wie zu erwarten, wieder um die Beziehung von Emely und Elias, die dieses Mal neue Maßstäbe für den Term „Komplexität“ setzt. Nachdem die beiden sich im ersten Teil nur schwer einander annähern konnten, scheinen sie nun endlich doch zueinander zu finden und ihren Gefühlen eine Chance zu geben. Doch ein versehentlich gelüftetes Geheimnis stellt die noch junge (wenngleich auch alte) Liebe viel zu schnell sehr stark auf die Probe, droht sie sogar zu zerbrechen. Beide leiden, beide finden nicht die richtigen Worte, um das auszusprechen, was gesagt werden muss. Und so driften die Leben wieder auseinander, scheinbar unvereinbar, weil es einfach nicht hatte sein sollen. Oder?

 

Amhranai meint: Nachdem Kirschroter Sommer mit einem höchst gemeinem Cliffhanger endet, wird man bei Türkisgrüner Winter schnell wieder in das Geschehen geworfen. Der Leser findet sich ein weiteres Mal in Emelys Kopf wieder, wo höchst verwirrende Gedanken die Macht über die Rationalität übernommen haben. Zunächst ist man verwirrt, wurde man doch am Ende des ersten Buches eigentlich davon überzeugt, dass die beiden sich eine Chance geben wollen – handelt es sich hier um ein grobes Missverständnis? Hat man einen Zwischenteil verpasst? Nein, man ist nur Teil dieses Gefühlschaos‘, das scheinbar beide gefangengenommen hat. Und so kommt es, dass die ersten Kapitel des zweiten Teils nur so strotzen von amüsanten und zu-Fremdschämen-anleitenden Momenten, nicht zuletzt initiiert durch den lieben Alkohol, der gewaltig in der Entwicklung der Beziehung mitmischt. Mit Verlauf des Buches nimmt die Lustigkeit ab, aber nicht die Spannung.

Sobald man nämlich glaubt, dass nun endlich alles gut wird, geschieht die absolute Katastrophe. Das Geheimnis, das einem als Leser schon nach 1/4 des ersten Bandes offensichtlich vorkommt, fliegt nun auf, und schon ist man wieder da, wo Emely am Anfang stand. Nur  dass ihre Gefühle für Elyas mittlerweile so hochgekocht sind, dass es ihr noch viel miserabler geht als früher. Doch auch Elyas leidet anscheinend Höllenqualen, und aufgrund von Fällen des Aneinandervorbeiredens und verloren gegangenen Nachrichten, die ganz laut „Klischee!“ brüllen, bleibt es lange bei dieser unentspannten Situation. Man leidet mit Emely, wundert sich hin und wieder aber doch über ihre unfassbare Dickköpfigkeit, die ihr schon im ersten Band so einigen Ärger eingebracht hat. Aber gut, sonst wäre das Buch vielleicht auch zu schnell vorbei. Eine charakterliche Entwicklung findet zwar statt, ist aber so quälend langsam, dass man sich durchaus fragt, wie sie jemals den Schritt zu Elyas machen konnte, wenn sie eigentlich doch so feige ist, wie es hier den Anschein erweckt.

Zum Ende will ich nichts weiter schreiben, da ich unwillkürlich in Spoiler verfallen würde. Wer verfolgt hat, wie häufig dieses Buch in Klischees abzudriften droht, hin und wieder aber doch noch die Kurve kriegt, kann sich möglicherweise denken, was geschieht. Allen anderen, insbesondere denen, die den ersten Teil gelesen haben, kann ich die Fortsetzung doch ans Herz legen. Für einen grauen Herbsttag eine gute Wahl.

Carina Bartsch – Kirschroter Sommer

Gepostet am

Kirschroter-Sommer-9783499227844_xxlInhalt: Die Studentin Emely freut sich über alle Maßen, als ihre beste Freundin Alex sich in Berlin zu ihr gesellt, um dort ebenfalls ein Studium aufzunehmen. Zu schön waren die Erinnerungen an die vergangene gemeinsame Zeit, und so können es die Mädchen kaum erwarten, endlich wieder viel Zeit miteinander zu verbringen. Der Haken an der Sache: Alex‘ Bruder Elyas, zu dem sie erst einmal ziehen muss. Er und Emely haben eine kurze, aber intensive Vergangenheit, die wieder an die Oberfläche drängt, sobald sich die beiden zum ersten Mal nach einigen Jahren wiedersehen. Schnell wird klar, dass hier noch nichts wirklich abgeschlossen ist. Doch können sie sich eine Chance geben, oder sind die Verletzungen zu tief, die sie sich einst zufügten?

 

Amhranai meint: Kirschroter Sommer und seine Fortsetzung, Türkisgrüner Winter, sind zwei schöne Bücher für einen verregneten Sommer- oder Herbsttag, die durch einen fiesen Cliffhanger in der Mitte der Geschichte voneinander getrennt sind. Als ich „Kirschroter Sommer“ zu lesen begann, erwartete ich eine klischeebehaftete Wiederbegegnung eines ehemaligen Liebespaares, das schnell wieder zusammenfindet und die schönen Zeiten der Vergangenheit wieder aufleben lässt. Ganz so ist es jedoch nicht: stattdessen erlebt man aus Emelys Perspektive die ungeheure Wut und Abneigung, die sie gegenüber Elyas spürt, ohne dass man gleich versteht, warum dies so ist. Erst mit dem Fortschreiten des Romans, und der Entfaltung der aktuellen Geschichte, werden dem Leser kleine Happen der Vergangenheit serviert, die es ihm erlauben, zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Jemanden, der einem vor einer Reihe von Jahren (in der Geschichte sind es etwa 6 oder 7, meine ich) das Herz gebrochen hat, wiederzubegegnen, ist kein Zuckerschlecken, das versteht sich von selbst. Somit ist auch nachvollziehbar, wie Emely sich gegenüber Elyas verhält. Dass dieser aber konsequent dagegenhält und sie mit schamloser Flirterei in seinen Bann zu ziehen versucht, schien mir erst einmal  überzogen. Das Verhalten der beiden zueinander wirkt insgesamt doch ein wenig kindisch, so dass ich einige Abschnitte wohlwollend übersprungen habe. Ansonsten hätte ich wohl vom fassungslosen Kopfschütteln noch Nackenschmerzen bekommen.

Hat man sich erst einmal mit Bartschs Schreibstil angefreundet, entspinnt sich nichtsdestotrotz noch eine nette Geschichte, die durch die eingestreuten Rückblenden auch immer mehr an Tiefe gewinnt. Der Ausgang eines Nebengeschehens, das einen großen Teil von Emelys Aufmerksamkeit fesselt, ist von Beginn an so schmerzhaft offensichtlich, dass ich Emelys Naivität nicht fassen konnte, sorgt aber für nette Unterhaltung. Insgesamt ein leicht zu lesendes, angenehmes Ferienbuch, das man nicht kaufen sollte, ohne den zweiten Teil parat zu haben – der Cliffhanger ist aus Lesersicht wirklich ungünstig platziert. 😉

Judith Schalansky – Der Hals der Giraffe

Gepostet am Aktualisiert am

schalanskyInhalt: Die Lehrerin Inge Lohmark arbeitet seit vielen Jahren an einer kleinen Schule im „vorpommerschen Hinterland“, welches nicht näher definiert wird. In ihren naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern kennt sie sich gut aus; bei menschlichen Beziehungen dagegen versagt sie. Durch ihre kühle und distanzierte Art hat sie ihre eigene Tochter verloren, die ihr Glück lieber am anderen Ende der Welt und ohne ihre Mutter sucht, auch verweigert sie sich jedweder Freundschaft mit einem der Kollegen. Dass die Schule bald geschlossen wird und ihre neunte Klasse die letzten Abiturienten überhaupt stellen wird, bedrückt sie, da sie nicht weiß, wie es danach mit ihr weitergehen soll. „Die Naturwissenschaft taugt nicht zum Hobby.“ sagt sie und spricht damit an, dass dieser Beruf ihr Leben, ihre Bestimmung ist. Als sie sich wider Erwarten in eine ihrer Schülerinnen verliebt, und von ihren eigenen Gefühlen zerrissen den Schulalltag weiter bestreiten muss, zeigt sich eine neue Seite an ihr, gleichzeitig öffnet sie damit aber auch die Tür zu ihrer einsamen Seele, die sie bisher so gut hinter der Naturwissenschaft verstecken konnte.

 

Amhranai meint: Ich habe dieses Buch vor ein paar Jahren von Freunden der Familie zu Weihnachten geschenkt bekommen, mit dem Zusatz, dass ich doch Lehrerin werde und diesen Bildungsroman, wie er betitelt wird, damit sicherlich interessant finden würde. Auf eine nicht eindeutig zu betitelnde Art von dem Cover und dem ungewöhnlichen Titel angezogen, begann ich zu lesen.

Die Kälte von Inge Lohmark erschreckt, rüttelt auf. Sie ist Lehrerin mit Leib und Seele, aber nicht der Schüler wegen, sondern wegen der Unterrichtsinhalte. Das spiegelt sich nicht nur in dem Aufbau des Buches wider, welcher auf ihren Charakter abgestimmt wurde, sondern auch in jedem Gedanken, den sie äußert. In jeder Handlung, die sie noch weiter wegträgt von den anderen Menschen um sie herum, von ihren Kollegen (die teilweise als überspitzte Lehrerklischees gestaltet sind) und auch von ihren Schülern als Individuen, die ihre Aufmerksamkeit haben wollen. Der Unterricht leidet nicht im Geringsten, darauf weist sie stolz hin, sie ist gut in dem, was sie tut. Als Lehrerin, als Respektsperson, die ihren Abstand wahrt.

Der Abstand bleibt, bis sie unerklärliche Gefühle für eine ihrer Neuntklässlerinnen, Erika, entwickelt, mit denen sie zunächst nichts anfangen kann. Es entwickelt sich keine Beziehung zwischen den beiden, die nicht nur durch viele Lebensjahre, sondern auch durch ein Lehrer-Schüler-Verhältnis und alle damit verbundenen Konsequenzen voneinander getrennt sind, aber die Emotionen erschüttern Inge Lohmarks Welt bis ins Mark. Bei Erika wirft sie viele ihrer moralischen Grundsätze über Bord, nimmt sie sogar im Auto mit. Was die Lehrerin dazu treibt, bleibt unklar. Ob die Einsamkeit sie einfach überwältigt, ob sie in Erika sich selber wiedererkennt, wie sie einmal war – eine Erklärung findet sich nicht. Ganz im Gegensatz zu den Naturwissenschaften, die sich in den meisten Fällen erklären lassen. Der Mensch ist ein zu komplexes Wesen, als dass man ihn logisch erklären könnte.

Was ich mich bis heute frage, ist, warum dieses Buch als Bildungsroman bezeichnet wird. Der Roman grenzt sich teilweise von den Kriterien ab, die diese Art von Romanen ausmachen: Inge Lohmark ist keine junge Frau, sondern bereits in fortgeschrittenem Alter. Die emotionale Entwicklung, die sie durchlebt, ist nur in Ansätzen erkennbar, da das Buch endet, sobald tatsächlich etwas passiert. Den größten Teil ihrer eigenen Geschichte verharrt Inge Lohmark in einem Zustand, anstatt sich fortzubewegen. Sicherlich spielt die Bildung für die Protagonistin eine große Rolle, da sie als Lehrerin arbeitet und ganz in der Naturwissenschaft aufgeht. Aber die literarische Einordnung ergibt sich für mich nicht zwangsläufig. Ich nehme gerne Anregungen und Diskussionsansätze diesbezüglich entgegen!

Cecelia Ahern – 100 Namen

Gepostet am

EB_U1_978-3-10-402266-6Inhalt: „Eine geheimnisvolle Namensliste ist alles, was sie hat. Die Liste ist ein Vermächtnis. Und ihre einzige Chance … Die junge Journalistin Kitty Logan ist am Tiefpunkt: Durch einen schweren professionellen Fehler hat sie fast das Leben eines Menschen zerstört. Und damit auch ihren eigenen Ruf, ihre Karriere und den Glauben an sich selbst. Da bittet ihre Mentorin sie, einen Artikel für sie zu übernehmen. Und auf einmal steht Kitty da mit einem Abgabetermin und einer Liste mit hundert Namen. Hundert Menschen, über die niemand etwas weiß …“

Amhranai meint: 100 Namen ist ein weiterer wunderbarer Roman von Cecelia Ahern, die es immer wieder aufs Neue versteht, ihre Leserschaft zu verzaubern und jeden einzelnen auf eine Reise mitzunehmen, die deutliche Spuren in der Seele hinterlässt. Die Suche nach den 100 Namen, die auf Kittys Liste stehen, verändert sich schon recht früh von einer verzweifelten Recherchearbeit, um die eigene Glaubwürdigkeit wieder herzustellen -nicht zuletzt sich selbst gegenüber- zu einer praktisch endlosen Schatzsuche, wie sie anfangs nicht zu erwarten war.

Ohne zuviel vom Inhalt vorwegnehmen zu wollen (für diejenigen, deren Interesse an dem Buch durch diese Rezension geweckt wurde) : jede Geschichte, die aufgedeckt wird, ist einzigartig und es wert, erzählt zu werden. Somit ist das Buch eigentlich viel zu dünn, da unheimlich viel noch nicht gesagt werden kann, und sich erst in den Köpfen der Leser langsam zu einem großen Ganzen zusammenschließt. Cecelia Ahern lässt viel Platz für die Fantasie, und erlaubt dem Leser gleichzeitig auch, tief in die einzelnen Charaktere einzutauchen und mit ihnen für die Dauer des Lesens zu verschmelzen.

Kitty ist eine junge Frau, die in ihrem Beruf als Journalistin recht erfolgreich ist, bis ein schwerwiegender Fehler alles zu zerstören droht. Bei ihrem Versuch, wieder gutzumachen, was geschehen ist, begibt sie sich auf diese Suche, die nicht nur sie verändert, sondern auch meine Sicht auf mein eigenes Leben wandelt. Gleichzeitig weckt sie den Wunsch in mir, die losen Enden meiner Geschichte zusammenzunehmen und daraus etwas Neues zu schaffen. Mehr zu sein als bisher. Cecelia Ahern hat mich durch ihre Bücher schon auf viele Ideen gebracht, angefangen bei einem Geburtstagsgeschenk für eine damals gute Freundin in Form von täglichen Briefen, die ermutigen und Freude machen sollten (angelehnt an P.S., Ich liebe dich), über das Katalogisieren und Durchschauen alter erhaltener Briefe und darin erzählter Geschichten (Für immer vielleicht), bis hin zu dem bewussten Öffnen meiner Augen, wie es mit diesem Buch geschehen ist. Schon jetzt bin ich gespannt, was mich durch sie als nächstes erwartet.

Stephanie Perkins – Anna and the French Kiss

Gepostet am

97801432062621Inhalt: Als ihr Vater ihr verkündet, dass Anna ihr Senior Year nicht in Atlanta verbringen soll, wo sie schon ihr gesamtes Leben lang wohnt, sondern auf eine Schule in Paris geschickt wird, ist sie alles andere als begeistert. Von einem Tag auf den anderen  muss sie Familie, Freunde und Heimat hinter sich lassen, um in einem Land auf der anderen Seite der Erde neu anzufangen, wo sie niemanden kennt und dessen Sprache sie nicht beherrscht. Im zauberhaften Paris angekommen, findet sie schnell neue Freunde, unter ihnen der attraktive Etienne (dessen Name irgendwo einen Akzent hat, man verzeihe mir das Auslassen ;)), in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Wäre er nicht in einer Beziehung, und wäre nicht Annas Irgendwie-fast-Freund in Atlanta, wäre ihr Leben perfekt. Aber so treibt sie von Tag zu Tag, von einem hoffnungsvollen Moment in einen niederschmetternden, nicht sicher, was sie wirklich will. Ob sie in der Stadt der Liebe doch noch ihr Glück findet, steht lange Zeit in den Sternen.

Amhranai meint: Alleine schon durch die Aufmachung des Buches habe ich mich sofort davon angezogen gefühlt. Man sieht es nicht auf dem Bild, aber die Seitenränder sind leicht gewellt (nein, nicht ins Wasser gefallen) und verleihen dem Buch eine ungewöhnliche Struktur. Dazu kommt noch der vielversprechende Inhalt und der Ort des Geschehens: Paris. Seit ich vor ein paar Jahren einige Tage dort verbringen konnte, bin ich ganz verzaubert von dem einzigartigen Charme, den diese Stadt mit sich bringt. Nach Beendigung des Studiums möchte ich unbedingt noch einmal dorthin, diesmal etwas länger, und alles noch einmal ganz genau erkunden.

Aber zurück zu Annas Geschichte. In ein fremdes Land geschickt zu werden, um dort auf eine Schule zu gehen, wo man niemanden kennt, ist eine Situation, die wohl fast jeder als furchtbar einstufen würde. Und so ging es auch mir; Anna tat mir zu Beginn des Buches wirklich Leid. Als sie Etienne und seinen Freundeskreis trifft, ändert sich ihr Leben dort schlagartig (nicht nur, weil sie sich in ihn verliebt und von nun an die Welt durch eine rosarote Brille sieht): sie zeigen ihr die Stadt, sind während der Unterrichtsstunden an ihrer Seite und verwandeln Paris für sie in eine neue Heimat, die jedoch nicht an ihre „echte“ heranzukommen scheint. Und dann ist da eben noch die vertrackte Situation mit Etienne, der neben seinem guten Aussehen auch noch eine unwahrscheinliche charakterliche Attraktivität mit sich bringt, aber leider vergeben ist. Und was ist nun eigentlich mit Annas Quasi-Freund in Atlanta? Fragen über Fragen, die ich Anna leider nicht beantworten konnte, auch wenn ich es gern wollte. Stephanie Perkins beschreibt den inneren Kampf so realistisch, und nicht so überzogen, wie man es vielleicht vermuten würde, dass man unwillkürlich ein Teil dieser Geschichte wird.

Natürlich kommt am Ende alles so, wie man es sich teilweise schon denken kann…….aber auch anders. Anna and the French Kiss ist ein absolut zauberhaftes Buch; romantisch und doch erfrischend, berührend und gleichzeitig lustig – einfach schön. Mittlerweile habe ich es bestimmt drei oder vier Male gelesen, und werde der Geschichte doch nicht überdrüssig. Nicht nur für Paris-Liebhaber, wie ich es bin, ein absolutes Muss!

[Neuzugänge] Der Nachtzirkus & Vom anderen Ende der Welt

Gepostet am Aktualisiert am

Geburtstage sind immer eine großartige Gelegenheit, sich mit Büchern beschenken zu lassen, die man sich sonst auch sicherlich selbst gekauft hätte, aber ein bisschen Geld sparen möchte. 😉 So war es bei mir auch dieses Jahr wieder, und so startete ich gestern in mein 24. Lebensjahr (ohje!) mit zwei neuen Büchern, die schon ein paar Wochen auf meinem Wunschzettel standen.

516IIJgpuhL Inhalt: „Er kommt ohne Ankündigung und hat nur bei Nacht geöffnet: der Cirque des Rêves – Zirkus der Träume. Um ein geheimnisvolles Freudenfeuer herum scharen sich fantastische Zelte, jedes eine Welt für sich, einzigartig und nie gesehen. Doch hinter den Kulissen findet der unerbittliche Wettbewerb zweier verfeindeter Magier statt. Sie bereiten ihre Kinder darauf vor, zu vollenden, was sie selber nie geschafft haben: den Kampf auf Leben und Tod zu entscheiden. Doch als Celia und Marco einander schließlich begegnen, geschieht, was nicht vorhergesehen  war: sie verlieben sich rettungslos ineinander. Von ihren Vätern unlösbar an den Zirkus und ihren tödlichen Wettstreit gebunden, ringen sie verzweifelt um ihre Liebe, ihr Leben und eine traumhafte Welt, die für immer unterzugehen droht.“

Amhranai meint: In der Welt der Fantasie habe ich mich durch das erneute Lesen von Harry Potter in letzter Zeit öfter bewegt, doch mit dem Nachtzirkus schlage ich ein ganz neues Kapitel auf. Die Welt von Celia und Marco geht über das hinaus, was ich bisher erlebt habe, und gleichzeitig klingt sie mir so nah, dass ich nicht umhin komme, dieses Buch unbedingt lesen zu wollen. Die ersten Seiten habe ich heute schon verschlungen und bin ein wenig hin- und hergerissen. Die Charaktere werden auf eine spezielle Art und Weise beschrieben, die dicht an den Figuren ist, aber gleichzeitig auch unendlich weit weg scheint. Die Autorin schreibt im Präsens, was der erlebten Geschichte ebenfalls eine besondere Note verleiht. Momentan bin ich von dem Vater Celias nicht angetan, im Gegenteil: er widert mich fast schon an, mit seinem enormen Siegesdrang. Was dahinter steckt, werde ich wohl erst später erfahren, und bis dahin noch viel erleben in dieser Welt, in der alles möglich ist.

71u-yvu2dwL._SL1240_Inhalt: Madeiras Lorbeerwald, Feuerlands Felsenküste, Tahitis Blütenpracht. Im späten 18. Jahrhundert hofft die junge Mary Linley in Plymouth darauf, als Botanikerin ferne Länder zu erkunden. Sie muss einen hohen Preis zahlen, um ihren Lebenstraum zu verwirklichen und an Bord der Sailing Queen auf Expeditionsreise in den Pazifik aufzubrechen. Doch ihr Weltbild gerät ins Wanken, als sie ihre Liebe zu dem Botaniker Sir Carl Belham entdeckt…

Amhranai meint: Neben Fantasybüchern habe ich mich außerdem in letzter Zeit viel mit historischen Romanen beschäftigt, die meisten von der großartigen Lucinda Riley. Vom anderen Ende der Welt geht nun in eine andere Richtung und spielt vollständig vor etwas mehr als 200 Jahren. Der Welt der Botanik konnte ich persönlich nie besonders viel abgewinnen (und glaubt mir, wenn ich sage, dass diese mich auch nicht wirklich mag 😉 ), aber ich kann mir vorstellen, wie eine Frau zu dieser Zeit ihre Liebe zu Pflanzen und der Natur entdeckt und ausleben möchte. Dass sie sich auf einer aufregenden und vielleicht auch gefährlichen Reise verliebt, überrascht mich in dem Zusammenhang noch nicht, doch bin ich gespannt, wie die Geschichte umgesetzt wird, und unter welchen Umständen die beiden ihre Gefühle füreinander entdecken. Rezensionen habe ich zu dem Buch noch nicht gelesen, insofern bin ich ganz unvoreingenommen, und auch gespannt.

[Re-Read] Rebecca James – Die Wahrheit über Alice

Gepostet am

Inhalt: “Kein Feind kann dir so wehtun wie deine beste Freundin. An ihrer Schule ist Katherine die Außenseiterin. Unauffällig, immer allein, mit niemandem befreundet. Der Grund: Keiner darf ihr Geheimnis erfahren. Erfahren, was mit ihrer Schwester Rachel geschah. Doch dann lädt Alice Katherine zu ihrer Party ein. Die schöne, strahlende Alice, das beliebteste Mädchen der Schule. Es tut gut, eine Freundin zu haben. Doch nach und nach wird Alice immer merkwürdiger. Selbstsüchtiger. Grausamer. Und Katherine muss erkennen, dass ihre neue Freundin nach eigenen Regeln spielt …” (James, Rebecca: Die Wahrheit über Alice. Rororo: Februar 2012)

Amhranai meint: Im Rahmen der Lieblingsbücher Challenge sollen ja innerhalb von 12 Monaten 12 Lieblingsbücher gelesen und rezensiert werden. Als erstes Buch auf meinem Stapel habe ich mich für Rebecca James‘ Die Wahrheit über Alice entschieden, das ich etwa vor 1,5 Jahren schon einmal gelesen und auch rezensiert habe.

Ich wusste noch, dass mit Alice etwas nicht stimmt, doch war ich zu Beginn nicht mehr ganz sicher, inwiefern sich ihre Geschichte mit der von Katherine verschränkt und was sie dazu verleitet, sich so falsch zu verhalten, wie sie es tut. Dann kam aber die Erinnerung schnell wieder zurück – ein Vorteil beim Re-Read ist ja, dass man grob schon weiß, was passiert – und ich konnte von da an Katherine’s Geschichte verfolgen, während ich mich fragte, wann sie denn endlich hinter Alice’s Geheimnis kommt. Hinterher ist man ja bekanntermaßen immer schlauer, so dass ich es kaum fassen konnte, dass es Katherine nicht gelang, die Schlüsse zu ziehen, die ich mit dem nötigen Wissen längst gezogen hatte. Damit will ich nicht suggerieren, dass Katherine als ein unnatürlich naiver und zweidimensionaler Charakter angelegt ist, dem ist gewiss nicht so. Nur braucht sie ihre Zeit, um mit ihrer verletzten Seele zu erkennen, was eigentlich geschieht.

Die Grausamkeit, die Alice an den Tag legt, ließ mir immer wieder einen Schauer über den Rücken wandern. Erst bemüht sie sich so sehr, Katherine als ihre Vertraute zu gewinnen, und dann zerstört sie sie eiskalt. Sicher ist sie verletzt durch das, was in der Vergangenheit geschehen ist, doch gibt ihr dies noch nicht das Recht, Katherine zu terrorisieren und sie dafür zu bestrafen, was damals vor sich ging. (Ich vermeide bewusst Details, um denen eine Chance zu geben, die das Buch noch nicht gelesen haben 😉 ). Mit welcher gelassenen Sicherheit und Präzision sie vorgeht, ist erschreckend, und zeigt einmal mehr, wozu Menschen fähig sind.

Alles in allem war es definitiv eine gute Entscheidung, dieses Buch im Rahmen der Challenge noch einmal zu lesen!