Liebesroman

Carina Bartsch – Türkisgrüner Winter

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Tuerkisgruener_Winter_02Inhalt: In der Fortsetzung von Kirschroter Sommer geht es, wie zu erwarten, wieder um die Beziehung von Emely und Elias, die dieses Mal neue Maßstäbe für den Term „Komplexität“ setzt. Nachdem die beiden sich im ersten Teil nur schwer einander annähern konnten, scheinen sie nun endlich doch zueinander zu finden und ihren Gefühlen eine Chance zu geben. Doch ein versehentlich gelüftetes Geheimnis stellt die noch junge (wenngleich auch alte) Liebe viel zu schnell sehr stark auf die Probe, droht sie sogar zu zerbrechen. Beide leiden, beide finden nicht die richtigen Worte, um das auszusprechen, was gesagt werden muss. Und so driften die Leben wieder auseinander, scheinbar unvereinbar, weil es einfach nicht hatte sein sollen. Oder?

 

Amhranai meint: Nachdem Kirschroter Sommer mit einem höchst gemeinem Cliffhanger endet, wird man bei Türkisgrüner Winter schnell wieder in das Geschehen geworfen. Der Leser findet sich ein weiteres Mal in Emelys Kopf wieder, wo höchst verwirrende Gedanken die Macht über die Rationalität übernommen haben. Zunächst ist man verwirrt, wurde man doch am Ende des ersten Buches eigentlich davon überzeugt, dass die beiden sich eine Chance geben wollen – handelt es sich hier um ein grobes Missverständnis? Hat man einen Zwischenteil verpasst? Nein, man ist nur Teil dieses Gefühlschaos‘, das scheinbar beide gefangengenommen hat. Und so kommt es, dass die ersten Kapitel des zweiten Teils nur so strotzen von amüsanten und zu-Fremdschämen-anleitenden Momenten, nicht zuletzt initiiert durch den lieben Alkohol, der gewaltig in der Entwicklung der Beziehung mitmischt. Mit Verlauf des Buches nimmt die Lustigkeit ab, aber nicht die Spannung.

Sobald man nämlich glaubt, dass nun endlich alles gut wird, geschieht die absolute Katastrophe. Das Geheimnis, das einem als Leser schon nach 1/4 des ersten Bandes offensichtlich vorkommt, fliegt nun auf, und schon ist man wieder da, wo Emely am Anfang stand. Nur  dass ihre Gefühle für Elyas mittlerweile so hochgekocht sind, dass es ihr noch viel miserabler geht als früher. Doch auch Elyas leidet anscheinend Höllenqualen, und aufgrund von Fällen des Aneinandervorbeiredens und verloren gegangenen Nachrichten, die ganz laut „Klischee!“ brüllen, bleibt es lange bei dieser unentspannten Situation. Man leidet mit Emely, wundert sich hin und wieder aber doch über ihre unfassbare Dickköpfigkeit, die ihr schon im ersten Band so einigen Ärger eingebracht hat. Aber gut, sonst wäre das Buch vielleicht auch zu schnell vorbei. Eine charakterliche Entwicklung findet zwar statt, ist aber so quälend langsam, dass man sich durchaus fragt, wie sie jemals den Schritt zu Elyas machen konnte, wenn sie eigentlich doch so feige ist, wie es hier den Anschein erweckt.

Zum Ende will ich nichts weiter schreiben, da ich unwillkürlich in Spoiler verfallen würde. Wer verfolgt hat, wie häufig dieses Buch in Klischees abzudriften droht, hin und wieder aber doch noch die Kurve kriegt, kann sich möglicherweise denken, was geschieht. Allen anderen, insbesondere denen, die den ersten Teil gelesen haben, kann ich die Fortsetzung doch ans Herz legen. Für einen grauen Herbsttag eine gute Wahl.

Carina Bartsch – Kirschroter Sommer

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Kirschroter-Sommer-9783499227844_xxlInhalt: Die Studentin Emely freut sich über alle Maßen, als ihre beste Freundin Alex sich in Berlin zu ihr gesellt, um dort ebenfalls ein Studium aufzunehmen. Zu schön waren die Erinnerungen an die vergangene gemeinsame Zeit, und so können es die Mädchen kaum erwarten, endlich wieder viel Zeit miteinander zu verbringen. Der Haken an der Sache: Alex‘ Bruder Elyas, zu dem sie erst einmal ziehen muss. Er und Emely haben eine kurze, aber intensive Vergangenheit, die wieder an die Oberfläche drängt, sobald sich die beiden zum ersten Mal nach einigen Jahren wiedersehen. Schnell wird klar, dass hier noch nichts wirklich abgeschlossen ist. Doch können sie sich eine Chance geben, oder sind die Verletzungen zu tief, die sie sich einst zufügten?

 

Amhranai meint: Kirschroter Sommer und seine Fortsetzung, Türkisgrüner Winter, sind zwei schöne Bücher für einen verregneten Sommer- oder Herbsttag, die durch einen fiesen Cliffhanger in der Mitte der Geschichte voneinander getrennt sind. Als ich „Kirschroter Sommer“ zu lesen begann, erwartete ich eine klischeebehaftete Wiederbegegnung eines ehemaligen Liebespaares, das schnell wieder zusammenfindet und die schönen Zeiten der Vergangenheit wieder aufleben lässt. Ganz so ist es jedoch nicht: stattdessen erlebt man aus Emelys Perspektive die ungeheure Wut und Abneigung, die sie gegenüber Elyas spürt, ohne dass man gleich versteht, warum dies so ist. Erst mit dem Fortschreiten des Romans, und der Entfaltung der aktuellen Geschichte, werden dem Leser kleine Happen der Vergangenheit serviert, die es ihm erlauben, zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Jemanden, der einem vor einer Reihe von Jahren (in der Geschichte sind es etwa 6 oder 7, meine ich) das Herz gebrochen hat, wiederzubegegnen, ist kein Zuckerschlecken, das versteht sich von selbst. Somit ist auch nachvollziehbar, wie Emely sich gegenüber Elyas verhält. Dass dieser aber konsequent dagegenhält und sie mit schamloser Flirterei in seinen Bann zu ziehen versucht, schien mir erst einmal  überzogen. Das Verhalten der beiden zueinander wirkt insgesamt doch ein wenig kindisch, so dass ich einige Abschnitte wohlwollend übersprungen habe. Ansonsten hätte ich wohl vom fassungslosen Kopfschütteln noch Nackenschmerzen bekommen.

Hat man sich erst einmal mit Bartschs Schreibstil angefreundet, entspinnt sich nichtsdestotrotz noch eine nette Geschichte, die durch die eingestreuten Rückblenden auch immer mehr an Tiefe gewinnt. Der Ausgang eines Nebengeschehens, das einen großen Teil von Emelys Aufmerksamkeit fesselt, ist von Beginn an so schmerzhaft offensichtlich, dass ich Emelys Naivität nicht fassen konnte, sorgt aber für nette Unterhaltung. Insgesamt ein leicht zu lesendes, angenehmes Ferienbuch, das man nicht kaufen sollte, ohne den zweiten Teil parat zu haben – der Cliffhanger ist aus Lesersicht wirklich ungünstig platziert. 😉

Stephanie Perkins – Anna and the French Kiss

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97801432062621Inhalt: Als ihr Vater ihr verkündet, dass Anna ihr Senior Year nicht in Atlanta verbringen soll, wo sie schon ihr gesamtes Leben lang wohnt, sondern auf eine Schule in Paris geschickt wird, ist sie alles andere als begeistert. Von einem Tag auf den anderen  muss sie Familie, Freunde und Heimat hinter sich lassen, um in einem Land auf der anderen Seite der Erde neu anzufangen, wo sie niemanden kennt und dessen Sprache sie nicht beherrscht. Im zauberhaften Paris angekommen, findet sie schnell neue Freunde, unter ihnen der attraktive Etienne (dessen Name irgendwo einen Akzent hat, man verzeihe mir das Auslassen ;)), in den sie sich Hals über Kopf verliebt. Wäre er nicht in einer Beziehung, und wäre nicht Annas Irgendwie-fast-Freund in Atlanta, wäre ihr Leben perfekt. Aber so treibt sie von Tag zu Tag, von einem hoffnungsvollen Moment in einen niederschmetternden, nicht sicher, was sie wirklich will. Ob sie in der Stadt der Liebe doch noch ihr Glück findet, steht lange Zeit in den Sternen.

Amhranai meint: Alleine schon durch die Aufmachung des Buches habe ich mich sofort davon angezogen gefühlt. Man sieht es nicht auf dem Bild, aber die Seitenränder sind leicht gewellt (nein, nicht ins Wasser gefallen) und verleihen dem Buch eine ungewöhnliche Struktur. Dazu kommt noch der vielversprechende Inhalt und der Ort des Geschehens: Paris. Seit ich vor ein paar Jahren einige Tage dort verbringen konnte, bin ich ganz verzaubert von dem einzigartigen Charme, den diese Stadt mit sich bringt. Nach Beendigung des Studiums möchte ich unbedingt noch einmal dorthin, diesmal etwas länger, und alles noch einmal ganz genau erkunden.

Aber zurück zu Annas Geschichte. In ein fremdes Land geschickt zu werden, um dort auf eine Schule zu gehen, wo man niemanden kennt, ist eine Situation, die wohl fast jeder als furchtbar einstufen würde. Und so ging es auch mir; Anna tat mir zu Beginn des Buches wirklich Leid. Als sie Etienne und seinen Freundeskreis trifft, ändert sich ihr Leben dort schlagartig (nicht nur, weil sie sich in ihn verliebt und von nun an die Welt durch eine rosarote Brille sieht): sie zeigen ihr die Stadt, sind während der Unterrichtsstunden an ihrer Seite und verwandeln Paris für sie in eine neue Heimat, die jedoch nicht an ihre „echte“ heranzukommen scheint. Und dann ist da eben noch die vertrackte Situation mit Etienne, der neben seinem guten Aussehen auch noch eine unwahrscheinliche charakterliche Attraktivität mit sich bringt, aber leider vergeben ist. Und was ist nun eigentlich mit Annas Quasi-Freund in Atlanta? Fragen über Fragen, die ich Anna leider nicht beantworten konnte, auch wenn ich es gern wollte. Stephanie Perkins beschreibt den inneren Kampf so realistisch, und nicht so überzogen, wie man es vielleicht vermuten würde, dass man unwillkürlich ein Teil dieser Geschichte wird.

Natürlich kommt am Ende alles so, wie man es sich teilweise schon denken kann…….aber auch anders. Anna and the French Kiss ist ein absolut zauberhaftes Buch; romantisch und doch erfrischend, berührend und gleichzeitig lustig – einfach schön. Mittlerweile habe ich es bestimmt drei oder vier Male gelesen, und werde der Geschichte doch nicht überdrüssig. Nicht nur für Paris-Liebhaber, wie ich es bin, ein absolutes Muss!

[Lesemarathon] Tag 7&8

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Ich muss gestehen, so richtig zum Lesen gekommen bin ich die letzten Tage wieder nicht. Andauernd ergab sich etwas Neues, und oft hing ich auch einfach nur am Computer fest. Trotzdem habe ich es gestern noch geschafft, The Last Song zu beenden! Während der letzten 25% des Buches liefen mir praktisch unentwegt die Tränen über die Wangen, so dass ich zwischenzeitlich nicht einmal mehr den Text lesen konnte. Wieder einmal hat es Nicholas Sparks geschafft, seine Charaktere so liebevoll und glaubwürdig zu gestalten, dass mich die schlimmen Geschehnisse so stark mitgenommen haben.Näheres natürlich dann in der Rezension.

Anschließend, weil ich mich erst noch beruhigen musste, habe ich noch schnell drei Leseproben gelesen. If I Stay von Gayle Forman, ein Buch, von dem ich jetzt schon viel Gutes gehört hatte. Reconstructing Amelia von Kimberly McCreight, ein Buch, das mich am Anfang unheimlich verwirrt hat, so dass ich erst noch einmal nachlesen musste, worum es denn nun eigentlich ging. Und The Fault In Our Stars von John Green, das mir ebenfalls sehr ans Herz gelegt wurde. Die ersten beiden haben mich gleich gefesselt und ich konnte mich gerade noch davon abhalten, sie sofort zu kaufen. The Fault In Our Stars konnte mich auf Anhieb gar nicht überzeugen, ich hatte mit dem Schreibstil so meine Probleme und habe auch noch keinen Draht zu den Figuren gefunden. Natürlich darf man nicht außer Acht lassen, dass dies jeweils nur einige Seiten waren, so dass ich in die eigentliche Geschichte noch gar nicht eintauchen konnte.

Nach den Leseproben bin ich dann schlafen gegangen, mit den Buchtiteln und Inhalten noch im Kopf. Gegen ein Uhr morgens schoss mir dann plötzlich eine Gedankenkette durch den Kopf, die sich nicht mehr stoppen ließ. Gayle Forman. New York. Cellistin. Mia. Mia und Adam. Adam ist in einer Rockband und erfolgreich. Das kennst du doch?! Noch immer im Halbschlaf, bin ich dann gleich an mein Bücherregal gestolpert und habe so lange gesucht, bis ich das Buch fand, das mich hochschrecken lassen hatte.

Gayle Forman – Lovesong

Das Fortsetzungsbuch von If I Stay. Dieses Buch habe ich letztes Jahr im Sommer gelesen, nicht wissend, dass es dazu eine Vorgeschichte gibt. Der Titel hatte mich nur gleich gefesselt. Die Geschichte von Mia und Adam, hier von Letzterem erzählt, hatte mich zu dem Zeitpunkt schon sehr berührt, aber dennoch war das Buch dann bei mir wieder in Vergessenheit geraten. Bis heute Nacht, bis mir auffiel, dass ich die Personen schon kannte. Den Vorgänger unter diesen Voraussetzungen zu lesen, ist gleich ein ganz anderes Gefühl als unvoreingenommen an die Geschichte heranzugehen.

Heute bleibt nun noch ein Tag des Marathons und ich hoffe, dass ich noch ein wenig weiterkomme. Erreichen werde ich mein Ziel nun doch nicht mehr, leider, da ich nachher noch arbeiten muss und abends auch noch Chorprobe habe (auch wenn ich mich gar nicht danach fühle, das Bett zu verlassen). Der Abschlusspost kommt dann morgen, mit meiner endgültigen Statistik und den Rückschlüssen, die ich aus dieser Woche ziehen kann.

31 Tage 31 Bücher – Tag 3

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Nachdem die ersten beiden Tage ja Selbstläufer waren, kommt nun das erste Mal eine Aufgabe, wo ich selber eine Wertung vornehmen musste, um mich dann bewusst für ein bestimmtes Buch zu entscheiden. Diese Aufgabe lautet heute

3. Dein Lieblingsbuch

Eine Auswahl von Büchern zu treffen, die ich gerne lese, fällt mir nicht sonderlich schwer. Darunter dann eine Rangfolge zu erstellen, wird schon knifflig. Und dann auch noch eine Nummer 1 herauszufiltern, ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Dennoch blieb mir ja nicht viel anderes übrig, als eben diese drei Schritte zu vollziehen. Und auf Platz Eins gelandet (vermutlich hängt das auch von meinem Befinden ab, morgen kann das schon wieder anders aussehen) ist heute und bei dieser Aufgabe Barbara Erskine mit ihrem historischen Roman Der Fluch von Belheddon Hall. Ich habe dieses Buch bereits im Rahmen dieses Blogs rezensiert, weshalb ich ja nun nicht erneut den gesamten Inhalt und meine Wertung erneut aufdröseln muss. Aber eine Erklärung ist doch definitiv fällig, warum es nun dieses Buch geworden ist und kein Anderes.

Barbara Erskine war lange Zeit eine mir unbekannte Autorin, erst nach einem literarischen Tipp habe ich mich ihr zugewandt und den Fluch von Belheddon Hall als erstes Buch von ihr gekauft. Schon nach wenigen Seiten, ja nach wenigen Worten war mir klar, dass dies ein großartiges Buch werden würde. Der Schreibstil von Erskine fesselte mich von der ersten Sekunde an, ich fühlte mich den Charakteren und insbesondere der Protagonistin Joss verbunden und konnte mir auch die Landschaft, in der die Geschichte spielte, sehr gut vorstellen. Vor meinem geistigen Auge lief praktisch die ganze Zeit ein kleiner Film entlang, der mich in dieser Umgebung zeigte, inmitten all der Geschehnisse, die die Familie Grant auf so viele harte Proben stellen. Auch wenn das Buch relativ dick ist, verliert es doch nichts von seiner Spannung, ganz im Gegenteil – bis zum Ende bleibt unklar, wie es ausgehen könnte und was letztlich der Kern hinter all den schrecklichen Vorkommnissen war. Auch die Einbindung von Zaubern (bspw. Schutzzauber o.Ä.), der ich für gewöhnlich sehr skeptisch gegenüberstehe und die mir auch in einem ansatzweise ähnlichen Buch sauer aufgestoßen ist, fügte sich perfekt in das Ganze ein. Insgesamt ist dieses Buch einfach ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Jane Austen – Überredung

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Inhalt: Anfang des neunzehnten Jahrhunderts lebt Anne Elliot mit ihrer Familie -das heißt, ihren beiden Schwestern Mary und Elizabeth sowie ihrem Vater Walter – auf einem Gut im ländlichen England. Aufgrund von finanziellen Problemen sehen sie sich zu einem Umzug gezwungen, der nach sich zieht, dass sie ihren alten Wohnsitz vermieten. Auf diese Weise soll wenigstens ein kleines Einkommen erzeugt werden, das sie über die Runden kommen lässt. Wie es das Schicksal so will, ist der Mieter -ein Kapitän – der Schwager von Frederick Wentworth, Annes großer Liebe. Acht Jahre zuvor hatten die beiden eine Liebesbeziehung, die jedoch durch den Druck, den Annes Familie auf sie ausübte, gelöst werden musste. An diesem Tag brachen die Herzen der beiden Verliebten und sie gingen auseinander. Nun, einige Jahre später, taucht Wentworth wieder in Annes Leben auf und wirft all ihre Gedanken, all ihre Gefühle durcheinander. Ist er immer noch der Richtige oder waren diese acht Jahre doch zu lang und haben alles zerstört?

Amhranai meint: Wie eigentlich immer bei Jane Austen musste ich mich auch bei Überredung erst einmal wieder in die Sprache hineinfuchsen, die sie verwendet. Die Entstehung ist mittlerweile circa 200 Jahre her (um 1810 herum) und damals war eben alles anders. Auch die Namensgebung bei den einzelnen Charakteren, die mich mehr als einmal dazu veranlasst hat, innezuhalten und zurückzublättern. Für mich heißen alle Figuren gefühlt gleich und besonders die wechselnde Bezeichnung von „Ms Elliot“ für mehrere Personen stören den Lesefluss.

Von meinen kleinen Problemen abgesehen kann ich die Geschichte von Anne Elliot nur empfehlen. Obwohl es am Anfang ein wenig schleppend losging, kommt das ganze Drama um Anne und Wentworth schon sehr bald ins Rollen und droht sich direkt zu überschlagen. Man spürt Annes Zerrissenheit und dass sie eigentlich noch nicht über Wentworth hinweg ist. Gleichzeitig berichtet sie von seiner Kühlheit ihr gegenüber und offenbart diesen zerbrechlichen Punkt in ihr. Mit anderen spricht sie nie über das, was damals geschehen ist, auch weil es zu sehr schmerzt. Dass sie unter diesen Umständen wieder auf Wentworth trifft und dass sie sich von nun an eigentlich ständig begegnen, ist Schicksal. Langsam beginnen beide die Vergangenheit aufzuarbeiten, unterbrochen von Nebenbuhlern und heimtückischen Machenschaften. Das Ende dieses wunderschönen Romans ist zum Dahinschmelzen und ich möchte dafür die Rückseite des Buches zitieren: Es „beginnt eine zaghafte Annäherung […], die in einer der originellsten Liebeserklärungen der Weltliteratur ihren Höhepunkt findet.“ (Quelle: Austen, Jane: Überredung. Stuttgart: Reclam 2009)

[Neukauf] Rachel Cohn & David Levithan – Dash & Lily’s Book of Dares

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Inhalt: „I’ve left some clues for you. If you want them, turn the page. If you don’t, put the book back on the shelf, please.“ So begins the latest whirlwind romance from the bestselling authors of Nick & Norah’s Infinite Playlist. Lily has left a red notebook full of challenges on a favorite bookstore shelf, waiting for just the right guy to come along and accept its dares. But is Dash that right guy? Or are Dash and Lily only destined to trade dares, dreams, and desires in the notebook they pass back and forth at locations across New York? Could their in-person selves possibly connect as well as their notebook versions? Or will they be a comic mismatch of disastrous proportions?

Amhranai meint: Ich habe vor kurzer Zeit auf All About Books eine Rezension über dieses Buch gelesen und war gleich von dem Inhalt begeistert. Nachdem ich mich das ganze Jahr über schwer zusammengerissen habe und noch kein einziges Buch (!) im Jahre 2012 käuflich erworben habe, wurde es jetzt mal Zeit dafür. Und Dash & Lily’s Book of Dares hat das Rennen gemacht. Es gab viele Bücher, die in den letzten Wochen mein Interesse geweckt haben, doch die Geschichte von Dash und Lily hat mich am meisten gefesselt. Ich weiß nicht (mehr?), wie dieses Buch ausgeht, traue mich auch nicht, auf dem Blog erneut nachzulesen, weil ich mich auf jeden Fall überraschen lassen will. Ein Buch mit Anweisungen und Aufgaben zu verstecken und darauf zu warten, dass ein anderer es findet, um so mit einem Fremden in Kontakt zu treten, klingt mehr als spannend und ich kann es kaum erwarten, dieses Buch endlich zu lesen! Leider habe ich auf meinem aktuellen SuB noch 4 weitere Bücher PLUS das Buch von Jane Austen, das ich gerade lese, aber da ich heute Nacht an einer Lesenacht beim Büchertreff teilnehme, werde ich wohl hoffentlich einiges wegschaffen. Dieses Buch lange ungelesen in meinem Regal zu haben, bricht mir sonst das Herz……. 😦