Chick-Lit

Carina Bartsch – Kirschroter Sommer

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Kirschroter-Sommer-9783499227844_xxlInhalt: Die Studentin Emely freut sich über alle Maßen, als ihre beste Freundin Alex sich in Berlin zu ihr gesellt, um dort ebenfalls ein Studium aufzunehmen. Zu schön waren die Erinnerungen an die vergangene gemeinsame Zeit, und so können es die Mädchen kaum erwarten, endlich wieder viel Zeit miteinander zu verbringen. Der Haken an der Sache: Alex‘ Bruder Elyas, zu dem sie erst einmal ziehen muss. Er und Emely haben eine kurze, aber intensive Vergangenheit, die wieder an die Oberfläche drängt, sobald sich die beiden zum ersten Mal nach einigen Jahren wiedersehen. Schnell wird klar, dass hier noch nichts wirklich abgeschlossen ist. Doch können sie sich eine Chance geben, oder sind die Verletzungen zu tief, die sie sich einst zufügten?

 

Amhranai meint: Kirschroter Sommer und seine Fortsetzung, Türkisgrüner Winter, sind zwei schöne Bücher für einen verregneten Sommer- oder Herbsttag, die durch einen fiesen Cliffhanger in der Mitte der Geschichte voneinander getrennt sind. Als ich „Kirschroter Sommer“ zu lesen begann, erwartete ich eine klischeebehaftete Wiederbegegnung eines ehemaligen Liebespaares, das schnell wieder zusammenfindet und die schönen Zeiten der Vergangenheit wieder aufleben lässt. Ganz so ist es jedoch nicht: stattdessen erlebt man aus Emelys Perspektive die ungeheure Wut und Abneigung, die sie gegenüber Elyas spürt, ohne dass man gleich versteht, warum dies so ist. Erst mit dem Fortschreiten des Romans, und der Entfaltung der aktuellen Geschichte, werden dem Leser kleine Happen der Vergangenheit serviert, die es ihm erlauben, zu verstehen, was da eigentlich passiert.

Jemanden, der einem vor einer Reihe von Jahren (in der Geschichte sind es etwa 6 oder 7, meine ich) das Herz gebrochen hat, wiederzubegegnen, ist kein Zuckerschlecken, das versteht sich von selbst. Somit ist auch nachvollziehbar, wie Emely sich gegenüber Elyas verhält. Dass dieser aber konsequent dagegenhält und sie mit schamloser Flirterei in seinen Bann zu ziehen versucht, schien mir erst einmal  überzogen. Das Verhalten der beiden zueinander wirkt insgesamt doch ein wenig kindisch, so dass ich einige Abschnitte wohlwollend übersprungen habe. Ansonsten hätte ich wohl vom fassungslosen Kopfschütteln noch Nackenschmerzen bekommen.

Hat man sich erst einmal mit Bartschs Schreibstil angefreundet, entspinnt sich nichtsdestotrotz noch eine nette Geschichte, die durch die eingestreuten Rückblenden auch immer mehr an Tiefe gewinnt. Der Ausgang eines Nebengeschehens, das einen großen Teil von Emelys Aufmerksamkeit fesselt, ist von Beginn an so schmerzhaft offensichtlich, dass ich Emelys Naivität nicht fassen konnte, sorgt aber für nette Unterhaltung. Insgesamt ein leicht zu lesendes, angenehmes Ferienbuch, das man nicht kaufen sollte, ohne den zweiten Teil parat zu haben – der Cliffhanger ist aus Lesersicht wirklich ungünstig platziert. 😉

[Re-Read] Sophie Kinsella – Mini Shopaholic

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Inhalt: Das Leben von Becky und Luke Brandon könnte nicht schöner laufen. Sie haben eine liebreizende kleine Tochter, die immer und überall durch ihr reizendes Wesen auffällt, beruflich läuft es top und ihr eigenes Haus ist endlich bezugsfertig. Ja, oder so ähnlich. Fakt ist, Klein Minnie entpuppt sich als shopping- und markensüchtige Kopie ihrer Mutter (ja, auch schon mit zwei Jahren), die englische Wirtschaft geht völlig den Bach runter und das Haus, das sie eigentlich haben wollten, steht nicht mehr zur Verfügung. Um allem die Krone aufzusetzen, verbringt die leicht überforderte Mutter Becky ihre gesamte Freizeit damit,eine megageheime Überraschungsgeburtstagsfeier für ihren Mann zu planen. Ihr Plan, nur wenige Leute einzuweihen geht voll auf, bis versehentlich eine Rundmail an alle seine Kontakte und alle Firmenkontakte verschickt werden. Upps. Aber es könnte ja immer noch schlimmer kommen………………. kommt es auch.

 

Amhranai meint: Die Shopaholic-Reihe findet mit Mini Shopaholic einen grandiosen Abschluss. Die kleine, extrem verwöhnte Minnie ist der neue Mittelpunkt von Beckys und Lukes Leben, und scheut auch nicht davor zurück, dieses völlig auf den Kopf zu stellen. Ein Nein wird aus Prinzip nicht akzeptiert, stattdessen schreit und quengelt sie so lange, bis sie alles hat, was sie haben wollte. Natürlich sieht ihre Mutter das nicht, sondern vergöttert ihren kleinen Schatz, kauft ihr teure Markenkleidung und zieht die Ausgaben von ihrem noch nicht vorhandenen Taschengeld ab, so dass Minnie mit 2 Jahren schon ihr Taschengeld für die nächsten 125 Jahre verplant hat. Der Charakter von Becky wird im neuesten Buch der Reihe wirklich seeehr überspitzt dargestellt, aber trotzdem macht es einfach Spaß, ihr Leben zu beobachten. Neben der kleinen Minnie spielt auch eine große Party für Luke eine wichtige Rolle, die Becky ganz allein auf die Beine stellen will. Schon bald merkt sie, dass es doch nicht ohne Hilfe geht (die sie vorher abgewiesen hat). I get by with a little help from my friends. Wussten schon die Beatles. Aber zurück zum Thema. Obwohl das Buch an einigen Stellen unglaubwürdig wirkt, ist es zugleich ungeheuer amüsant und lässt die Charaktere in einem wirklich sympathischen Licht erscheinen. Und dass am Ende alles anders kommt, als man sich das gedacht hat, ist auch irgendwie klar – aber dennoch kein Minuspunkt!

Ein weiteres Highlight in dem Buch sind neben den alltäglichen Geschichten aus Beckys Leben auch wieder die Briefwechsel mit verschiedenen Unternehmen oder auch private Listen, die schon in den früheren Bänden für den einen oder anderen Lacher gesorgt haben. Insgesamt ein durchaus rundes Werk mit hohem Spaßfaktor. Wenn man es nicht zu ernst nimmt.

[Re-Read] Sophie Kinsella – Kennen wir uns nicht?

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Inhalt: Nach einem Autounfall kommt Lexi Smart im Krankenhaus wieder zu sich und fragt sich schon nach wenigen Minuten, in welchem seltsamen Traum sie denn bloß gelandet sein mag. Die Ärzte klären sie darüber auf, dass die letzten 3 Jahre aufgrund des Unfalls aus ihrem Gedächtnis gelöscht worden sind. Sie erinnert sich weder an ihren kometenhaften Karriereaufstieg noch an ihre hippen neuen Freunde, nicht einmal an ihren mehr als reichen und überaus attraktiven Ehemann! Bei der Suche nach den Puzzleteilen, die Lexis Leben so verändert haben, stellt sie fest, dass all das eigentlich nie hätte passieren sollen.Nie wollte sie zu so einer Schlange werden, die sie jetzt ist. Ist es zu spät, alles ungeschehen zu machen?

 

Amhranai meint: Einen Teil des Gedächtnisses zu verlieren, ist wohl der Alptraum jedes Menschen. Mit einem Mal sind ein paar Jahre einfach futsch, man kann sich nicht mehr daran erinnern. Nett gemeinte Hinweise von Freunden führen dazu, dass man sich selber immer mehr in Frage stellt und versucht, herauszufinden, wie um Himmels Willen es denn bloß so weit kommen konnte. So geht es Lexi Smart in Kinsellas Roman – vom netten Mädchen von nebenan ist sie innerhalb von 3 Jahren zum karrierefixiertem Miststück mutiert. Ihre alten Freunde verachten sie, die neuen sind nur auf Feiern und Reichtum aus. Der ungewohnte Alltag von Lexi wird glaubhaft geschildert, die Verzweiflung und auch die Hilflosigkeit der Protagonisten werden schon früh sehr deutlich. Auch wenn die Nebencharaktere teilweise etwas überzogen wirken, fügen sie sich doch ein in das Geflecht von Lügen, unbequemen Wahrheiten und der Suche nach dem wahren Ich.

Ich habe das Buch vor einiger Zeit schon gelesen und habe es jetzt wieder herausgekramt, um mich an den vielen Ungereimtheiten in Lexis Leben, die zugegebenermaßen hin und wieder auch erfrischend geschildert werden, wie zum Beispiel im selbst verfassten Ehehandbuch ihres Mannes, das wirklich alles enthält, was zu ihrer Ehe gehört, zu erfreuen. Wenn das das richtige Wort ist. Natürlich regt das Buch ein kleines Stück weit zum Nachdenken an – und wenn es nur dazu führt, dass man dankbar ist, selbst nicht davon betroffen zu sein-, aber in erster Linie ist es eben doch Unterhaltungsliteratur von einer der besten Autorinnen Englands.

[Re-Read] Sophie Kinsella – Die Schnäppchenjägerin

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Inhalt: Rebecca Bloomwood ist eine Frau, die sich voll und ganz dem Shoppen verschrieben hat. Für sie ist es das Höchste der Gefühle, einen heruntergesetzten Pullover in den Händen zu halten (der ihr Budget immer noch bei weitem übersteigt), drei überteuerte Parfüms zum Preis von zweien zu erstehen oder auch das letzte Paar Schuhe in ihrer Größe zum vermeintlichen Schnäppchenpreis ihr Eigen nennen zu können. Damit handelt sie sich insbesondere finanziell große Probleme ein -daneben platzt natürlich auch irgendwann ihre Wohnung aus allen Nähten, aber das ist eine ganz andere Geschichte -, da ihr Einkommen nicht im Geringsten ihren Ausgaben entspricht. Sie hat die Wahl – OS oder MGV. Ordentlich Sparen oder Mehr Geld Verdienen. Erstere Variante ist vollkommen zwecklos, so dass sie sich einen neuen Job suchen will. Vielleicht wäre das auch angemessen, denn Becky verdient ihr Geld damit, anderen zu sagen, wie sie ihr Geld ausgeben und anlegen sollen……….

Amhranai meint: Der Auftakt der Shopaholic-Reihe von Sophie Kinsella ist ein Buch voll von komischen Geschichten und herrlich überzogenen Klischees, die das Lesevergnügen bis zum letzten Moment anhalten lassen. Zwar fasst man sich gelegentlich an den Kopf und fragt sich, wie naiv und blind jemand eigentlich sein kann, doch letztlich überwiegt die Unterhaltung doch stark. Diverse kleine Szenen in Beckys Alltag, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und zusammen ein chaotisches Leben einer noch chaotischeren Frau ergeben, reihen sich aneinander, unterbrochen von halbwegs ernsten Episoden, die jedoch schnell auch ins Lächerliche geraten. Highlights sind Auszüge aus ihrer schriftlichen Korrespondenz mit diversen Banken oder Läden, bei denen sie ausnahmslos in der Kreide steht.

Beckys Charakter ist so, wie man sich einen Shopaholic vorstellen würde. Jung, dynamisch, erfolglos, mit dem Drang, immer ein Schnäppchen zu finden. Was kümmert schon eine schriftliche Abmahnung, wenn sie doch gerade ein stark heruntergesetztes Seidentuch erstehen konnte – für das sie sich das Geld mit einer faustdicken (nichtdestotrotz amüsanten) Lüge zusammenschnorren musste- und damit einfach umwerfend aussieht? Wen stört es, wenn ungelesene Briefe ihrer Bank „versehentlich“ auf dem Müll pressen, wenn der Laden um die Ecke ab einem Einkaufswert von 200 Dollar eine Schminktasche im Wert von ~4 Dollar verschenkt? Richtig, solche Dinge sind völlig nebensächlich. Ohne sich der Konsequenzen für ihr Leben wirklich bewusst zu werden, treibt Becky durch das Leben und die (Einkaufs-)Straßen von London. Die Begegnung mit dem bekannten Wirtschaftsspezialist Luke Brandon scheint ihr Leben endlich Stück für Stück umzukrempeln.  Wird Becky durch einen Mann von einer verantwortungslosen Shoppingqueen zur Erwachsenen oder hängt ihre finanzielle Zukunft weiter am seidenen Faden? Mein Tipp: Lesen, lachen, abschalten, genießen. Die Shopaholic-Reihe ist nichts für tiefergehende Gespräche bei Kerzenschein und Wein, da sie in erster Linie für pure Unterhaltung sorgen. Der erste Band der Reihe ist -neben dem sechsten – der Beste, zudem sollte man ihn auch lesen, wenn man vorhat, sich auch den Fortsetzungen zu widmen. Zwar kommt man auch so in die Geschichte, aber es ist schöner, wenn man die von Klischees erfüllten Personen von Anfang an erlebt und weiß, wie alles begann.

[Re-Read] Sophie Kinsella – Göttin in Gummistiefeln

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Inhalt: Samantha Sweening ist eine höchst engagierte und erfolgreiche Rechtsanwältin mitten in London, der nichts mehr daran liegt, als endlich zur Partnerin ihrer Kanzlei ernannt zu werden. Dafür arbeitet sie Tag und Nacht, gibt sich als Privatperson vollkommen auf und versinkt stattdessen in Arbeit. An dem Tag, an dem all ihre Wünsche in Erfüllung zu gehen scheinen, sieht sie sich plötzlich mit einem katastrophalen Fehler ihrerseits konfrontiert, der die Kanzlei eine Menge Geld und sie selbst ihre berufliche Zukunft kosten kann. Hals über Kopf flieht sie vom Ort des Geschehens, um sich nach einer nervenaufreibenden Zugfahrt mitten im Nirgendwo wiederzufinden. Zu ihrer eigenen Überraschung verläuft die Begegnung mit einem dort ansässigen Ehepaar, das sie lediglich um Kopfschmerztabletten und eine Weganweisung bitten will, völlig in die falsche Richtung, woraufhin sie als Haushälterin bei besagtem Paar angestellt wird. Samantha, die in ihrer eigenen Wohnung noch nie einen Finger zum Putzen gerührt hat und einen Fäudel kaum von einem Besen unterscheiden kann, soll das Haus der Geigers in tadellosem Zustand erhalten. Anstatt wieder davonzulaufen, stellt sie sich der großen Herausforderung und mit der Unterstützung des ansässigen Gärtners Nathaniel fügt sie sich langsam in ihr neues Leben.

 

Amhranai meint: Sophie Kinsella ist eine großartige Schriftstellerin, die mit ihren diversen Büchern (am bekanntesten ist wohl die Shopaholic-Reihe) eine Grundlage für all diejenigen schafft, die vom Alltag abschalten und einfach mal genießen wollen. Göttin in Gummistiefeln ist eines der ersten Bücher, das ich von ihr gelesen habe, und hat mich ziemlich begeistert. Die Geschichte vom Workaholic Samantha, die alles tut, um endlich die gewünschte Beförderung zu erhalten, wird mit viel Witz erzählt, gleichzeitig schleicht sich hier und da auch immer ein bisschen Wehmut ein, wenn es darum geht, wie ihr Leben verläuft. So verkommt das Buch nicht gleich von Anfang an in eine Komödie über eine arbeitswütige Frau. Samanthas Weg zu den Geigers ist geprägt von Missverständnissen, die dem Leser von Anfang an bewusst werden, wenn er den Klappentext des Buches gelesen hat. So wirkt dieser Teil besonders komisch; wenn man allerdings bisher nicht weiß, wie die Geschichte weiter verläuft, ist man wohl ähnlich verwirrt wie Samantha, die unter Anderem gefragt wird, warum sie denn so gut Englisch reden kann (da die bisherigen Haushälterinnen alle aus südlichn Staaten kamen).

Anstatt aufzugeben und den Schwindel aufzuklären, stellt sich Samantha der aus Versehen überreichten Verantwortung und bemüht sich, eine gute Haushälterin abzugeben. Es ist von vornherein klar, dass sie von Putzen und Kochen keine Ahnung hat und dass dementsprechend ihre ersten Versuche in völligem Chaos enden müssen. Dennoch gibt sie nicht auf, sondern lässt sich von dem Gärtner Nathaniel und seiner Mutter in die Grundlagen des Haushalts einweisen, so dass sie langsam zu der Art Haushälterin wird, die sie vorgibt zu sein. Der Weg führt über viel Gelächter auf Seiten des Lesers, der unfreiwillig in die lustigsten Situationen hineingeführt wird, die teilweise so überspitzt dargestellt werden, dass man sich zwangsläufig davon überzeugen muss, selbst nie diese Fehler zu machen, sondern besser Bescheid zu wissen als die Hauptfigur des Buches. Auch wenn hier einige Klischees angewandt werden und das Buch mehr als einmal in eine Aufzählung dieser abzugleiten droht, fängt es sich doch immer wieder und wird zum Schluss zu einer motivierenden Geschichte über Träume und die Erfüllung des eigenen Lebens. Eben das perfekte Buch für den Feierabend oder einen faulen Tag auf dem Sofa (idealerweise ohne Chaos um das Sofa herum).

[Re-Read] Alexandra Potter – Der Wunschzettel

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Inhalt: Heather Hamilton ist eine junge, ambitionierte Hochzeitsfotografin in London, die mit ihrem Leben mehr als unzufrieden ist. Weit entfernt davon, ihren heimlichen Wunschberuf ausüben zu können – Fotografin für überregionale Zeitungen -, kämpft sie jeden Monat gegen den finanziellen Ruin. Die Liebe scheint sich vor ihr zu verstecken und auch das Glück ist nur sehr selten auf ihrer Seite. Oft wünscht sich Heather, dass ihr Leben anders verlaufen würde. Dieser Gedanke beinhaltet nicht nur Veränderungen wie einen Lottogewinn, es sind auch die kleinen Dinge des Lebens, die schon viel ausmachen können. Ein Platz in der U-Bahn zum Beispiel, ein paar Kilos weniger oder auch eine schnellere Bedienung bei Starbucks. Die Begegnung mit einer Zigeunerin spät abends im strömenden Regen scheint wieder einmal einer dieser Momente zu sein, in denen das Leben sie aus vollem Hals auslacht. Doch plötzlich wird alles anders, denn alles, was sie sich wünscht, geht in Erfüllung. Wird Heather so ihren Weg zum Glück finden?
Amhranai meint: (Achtung, die Bewertung enthält Spoiler!!) Der Wunschzettel von Alexandra Potter ist eines der Bücher, das ich immer wieder dann lese, wenn ich mich ablenken will oder auch einfach mal eine Pause brauche. Dieses Buch ist keine tiefgehende Literatur, in erster Linie ist es Chick-Lit,wie sie im Buche steht. Eine unglückliche junge Frau bekommt ein magisches Bündel Heidekraut und mit einem Mal gehen alle Wünsche in Erfüllung. Englands Fußballteam fährt einen Sieg nach dem anderen ein, Heather findet einen Parkplatz, steht nicht im Stau, freut sich über Erfolgserlebnisse auf der Waage, wird endlich von ihrem überaus attraktiven Nachbar angesprochen, der sich als perfekter Romantiker herausstellt. Alles könnte so schön sein, doch sie muss feststellen, dass alles Schöne auch eine negative Seite haben kann.

Wer sich mit Bleistift und Notizblock neben dieses Buch setzt, um alle Klischees festzuhalten, die hier angesprochen und erfüllt werden, wird schon bald einen Anspitzer brauchen:

  • Heather wünscht sich schon lange, dass ihr Nachbar James sie anspricht. Gleichzeitig sehnt sie sich nach einem Mann, der ihr jeden Wunsch von den Augen abliest, sie mit Blumen und Komplimenten überschüttet und gleichzeitig auch noch gute Manieren hat. „Völlig unerwartet“ entpuppt sich James als genau der Mann, den sie sich immer erträumt hat.
  • Sie sorgt sich, dass ihre Miete bald nicht mehr bezahlt werden kann und schaltet deshalb eine unauffällige Anzeige in der Zeitung – immer noch hoffend, dass keiner Interesse zeigt, da sie nur ungern einen Mitbewohner haben würde -, die ihr rein zufällig in der U-Bahn abhanden kommt, direkt nachdem sie ihre Anzeige darin eingerahmt hat. „Völlig unerwartet“ meldet sich ein Amerikaner auf die Anzeige, die er in eben dieser Zeitungsausgabe gelesen hat, die sie zuvor in der U-Bahn verloren hat. Und genauso unerwartet entpuppt er sich als hinreißender, witziger Mann, der Heathers Gefühle kräftig durcheinanderwirbelt.
  • Heather hasst nichts mehr als Standup-Comedians, ihr Mitbewohner ist natürlich einer. Bei seinem großen Auftritt, der kurz auf einen heftigen Streit der beiden folgt, entdeckt sie sein wahres Potenzial und auch, dass sie schon längst in ihn verliebt ist. Überraschung, sie kriegen sich!

Dieses Buch ist so unheimlich berechenbar und doch mag ich es sehr. Genau diese Berechenbarkeit und diese unfassbar große Portion Kitsch sind es, die es immer wieder zu einem angenehmen Leseerlebnis machen. Und auch,wenn man natürlich weiß, dass Wünsche, die massenweise in Erfüllung gehen, auch immer eine schlechte Seite haben und man sich deshalb nicht zu sehr darüber freuen sollte, so kann man ja wohl noch ein bisschen träumen. Und dafür ist das Buch perfekt.