Monat: September 2014

Umzug!

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Achtung, Achtung – eine wichtige Nachricht an alle Besucher und Abonnenten meines Blogs. Ich bin auf eine eigene Domäne umgezogen und ab sofort unter http://www.amhranai.de zu finden. Dort findet ihr wie gewohnt Songvorstellungen, Buchrezensionen und anderes. Außerdem hat der Blog einen neuen Titel erhalten und nennt sich nun „Die fabelhafte Kultur der Amhranai„.

Dieser Post wird künftig als statische Startseite verwendet, um alle neuen Besucher umzuleiten. Demnächst werde ich diesen Blog dann auch löschen.

Also: Die fabelhafte Kultur der Amhranai jetzt auf http://www.amhranai.de

Wir sehen uns!

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[Song of the Week] Silje Nergaard – I don’t wanna see you cry

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Zum zweiten Mal innerhalb sehr kurzer Zeit spiele ich wieder Musikkritikerin: heute möchte ich euch von einem Lied erzählen, das mich schon ein paar Jahre lang begleitet und immer wieder bewegt. Gemeint ist I don’t wanna see you cry der norwegischen Jazzsängerin Silje Nergaard. Bevor ich begann, diesen Post zu schreiben, habe ich zunächst sowohl diesen als auch meinen früheren Blog durchforstet, weil ich eigentlich der Meinung war, bereits einmal über dieses Lied geschrieben zu haben. Doch dem war nicht so. Anscheinend habe ich schon so lange darüber nachgedacht, meine Gedanken dazu zu Papier/Bildschirm zu bringen, dass ich mir erfolgreich eingeredet hatte, den Post bereits verfasst zu haben…

Wie der Name schon vermuten lässt, handelt das Lied von einem Abschied und davon, wie es anschließend auf beiden Seiten weitergeht. Dabei wird aus der Perspektive der Person erzählt, die die dauerhafte Trennung initiiert und darüber reflektiert, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Dabei beschreibt sie an erster Stelle, was sie sich von ihrem Gegenüber als ein Abschiedsgeschenk wünscht: dass diese wütend sein möge; wütend und erbost, voller Hass auf das Ich. Dass sie den Tag verfluchen möge, an dem sie sich begegneten und die verlassene Person der anderen ihr Herz öffnete.

I don’t wanna see you cry, I beg you try not to let the pain I’m causing reach your eyes. Ich kann es nicht ertragen, dich weinen zu sehen, ich flehe dich an, den Schmerz nicht deine Augen erreichen zu lassen. Der Refrain klingt so selbstlos und beschützend, aber ist das wirklich die Intention der verlassenden Person? Macht sie es sich nicht eigentlich verdammt einfach? Über die Jahre hinweg habe ich dieses Lied unzählige Male gehört, in verschiedenen Interpretationen, zu unterschiedlichen Anlässen und von variierenden Stimmungen vorbelastet – und lange war ich berührt davon, wie ehrlich die Person doch ist, wie sehr sie sich bemüht, den Prozess des plötzlichen Auseinanderlebens für die verlassene Person erträglich zu machen: Gib mir all die Schuld, nenne mich herzlos und grausam, bezichtige mich der Lügen, nur lasse nicht zu, dass mein Abschied deine Augen mit einem Grauschleier verhängt. Liebevoll? Oder eigennützig?

Ich empfinde dieses Lied immer mehr als eine gemurmelte Entschuldigung, mit der das Ich den Kopf aus der Schlinge ziehen will, vielleicht auch um sein eigenes Gewissen zu erleichtern.In dieser Situation zu verlangen, dass der andere stark sein muss (ob das nun damit begründet ist, dass man selbst es nicht ist, oder nicht, sei hier für einen Moment dahingestellt), ist eine hohe Anforderung an die verlassene Person. Sicherlich ist Wut ein guter Weg, um mit so einer Situation umzugehen, und zweifellos geht das Leben weiter, mit alten und neuen Träumen, doch es steht dem Ich nicht mehr zu, darüber zu entscheiden, wie der andere sich zu verhalten habe.

Don’t break me down by breaking down in tears. Zerbrich  mich nicht, indem du in Tränen ausbrichst. Spätestens an dieser Stelle gewinnt das Lied für mich an Eigennutz und verliert ein Stück weit die […]. Es mag auch gut gemeint sein, worum das Ich bittet. Aber in erster Linie bleibt in meinen Ohren, dass es gegenüber sich selbst rechtfertigen will, dass es doch kein wirklich schlechter Mensch ist. Schließlich wünscht es sich doch nur das Beste für die andere Person! Sie soll ihr Leben weiterleben, die Träume verfolgen und niemals mit Bedauern zurückschauen, kann man denn noch selbstloser sein? Nein, so einfach ist es in meinen Augen, beziehungsweise Ohren, nicht.

Hört euch das Lied selbst an, entscheidet selber darüber, wie ihr die gesungenen Worte interpretiert und was ihr daraus im Hinblick auf den Charakter des Ichs schließt. Und lasst es mich gerne wissen, ich würde mich darüber freuen.

(Ich entschuldige mich für die Qualität des Videos, das war schlichtweg die beste Version, die ich hier integrieren konnte. Schaut mal bei Clipfish oder MyVideo nach diesem Lied, da gibt es auch den offiziellen Videoclip)

[Song of the Week] Passenger – Holes

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Es gibt so Tage, da weiß man nicht genau, was man musiktechnisch will. Gut soll die Musik sein, zum Mitgrooven, zum Tanzen, zum Mitsingen, zum Nachdenken, zum Lächeln, zum Lachen, zum Träumen. Zumindest mir geht das häufig so. In diesen Momenten sind Onlineplattformen wie 8tracks genau das Richtige, denn sie haben für jede meiner Stimmungen und Emotionen genau die richtige Playlist parat. Schon viele Schätze habe ich auf diese Weise entdeckt und schon wenig später gekauft und auf meinen Ipod geladen.

Einer dieser Schätze ist Holes von Passenger, einem Singer-Songwriter aus England, der eigentlich Mike Rosenberg heißt. In diesem Song, der locker flockig daherzukommen scheint, geht es um die verschiedenste Form von holes, von Löchern. Löchern im Geldbeutel, Löchern im Haus, Löchern im Herzen, Löchern im Leben. Am Ende dieser kurzen Aufzählung stößt man schnell auf den eigentlichen Gehalt des Liedes, denn so harmlos, wie es zunächst scheint, ist es gar nicht: wir alle haben Löcher in unseren Herzen und Leben, doch wir machen immer weiter. Wir nehmen aus allem, was uns widerfährt, etwas Gutes mit und wachsen daran, sehen es als eine neue Chance.

Zugegebenermaßen war ich lange der Meinung, dass James Blunt für diesen Song verantwortlich sei, weil die Gesangsstimme mich doch sehr stark an ihn erinnerte. Als ich dann schließlich eines Besseren belehrt wurde, beschloss ich auch gleich, mich näher mit dem Text zu beschäftigen, da ich zuvor hauptsächlich von der beschwingten Melodie mitgerissen worden war. Der Optimismus des Liedes, der genau richtig portioniert ist, steckt an und gibt ein Stück weit neue Energie für jeden grauen Tag, der daherkommt. So häufig gibt es Möglichkeiten für einen neuen Beginn, für den Punkt, an dem man etwas hinter sich lässt und lächelnd nach vorne schaut, anstatt sich nur auf das hinterlassene Loch zu konzentrieren. Und fast genauso häufig trauert man dem hinterher, was zuvor noch da gewesen war. Dass jedem Anfang aber ein Zauber innewohnt, und der letztlich den Ärger und das Loch an sich überwiegt, wird oft übersehen.

Vielleicht geht es euch überhaupt nicht so. Vielleicht gehört ihr zu den Menschen, die ausnahmslos immer positiv in die Zukunft schauen und sich nie von dem leiten lassen, was in der Vergangenheit geschehen ist. Vielleicht wird bei jedem eurer inneren Löcher sofort ein großes Pflaster aufgeklebt, das heilende Wirkung hat. Dann könnt ihr euch diesen Song anhören, um gute Laune und einen Ohrwurm zu bekommen. Und allen anderen möchte ich diesen Song mitgeben, um auch in den Herbsttagen die Sonne scheinen zu lassen.

Und im Anschluss noch eine Aufnahme, die mir beim Herumklicken auf Youtube in die Finger fiel – sie stammt aus der Queen Street Mall in Brisbane (Australien), wo ich vor nicht allzu langer Zeit auch entlanggelaufen bin. Hach ja, die Erinnerungen……..