Monat: Juni 2013

N.H. Kleinbaum – Dead Poets Society

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dead poets societyInhalt: Todd Anderson and his friends at Welton Academy can hardly believe how different life is since their new English professor, the flamboyant John Keating, has challenged them to „make your lives extraordinary!“ Inspired by Keating, the boys resurrect the Dead Poets Society – a secret club where, free from the constraints and expectations of schools and paretns, they let their passions run wild. As Keating turns the boys on to the great words of Byron, Shelley and Keats, they discover not only the beauty of language, but the importance of making each moment count. But the Dead Poets Pledges soon realize that their new-found freeedom can have tragic consequences. Can the club and the individuality it inspires survive the pressure from authorities determined to destroy their dreams?

Amhranai meint: Ich bin ganz zufällig über dieses Buch gestolpert, als keiner meiner Englischschüler erschien und ich eine ungeplante Freistunde hatte, die ich aber dennoch in dem mir zugeteilten Klassenraum verbringen wollte. Auf der Suche nach einer Freizeitlektüre (das war noch vor meinem Kindle 😉 ) stieß ich auf die Dead Poets Society, ein Name, der mir durch den Film mit Robin Williams ein Begriff war. Was ich NICHT wusste, war, dass das Buch nach Vorlage des Films geschrieben worden war und nicht andersherum! So kann man auch auf dem Titel lesen „Based on the motion picture written by Tom Schulman“, was ich zunächst für einen Druckfehler hielt. Eine kurze Google-Runde später war ich dann schlauer. Das erklärt auch das Titelbild mit Robin Williams.

Nun aber zum Inhalt. Ich begann also, dieses Buch zu lesen, und tat mich am Anfang noch etwas schwer mit der Situation, in der diese jungen Herren da steckten. In diesem Internat, das Zucht und Ordnung verlangt, wo kaum Platz für Individualität bleibt, muss man sich aber zwangsläufig unwohl und gefangen fühlen, so dass ich schnell Zuneigung zu den Hauptfiguren entwickelte und von da an direkt in die Handlung eintauchte. Die Entdeckung, wie wunderbar die Literatur und auch die Sprache sein kann, welche Gefühle und Empfindungen sie auslösen können und wozu sie einen Menschen befähigen, ist eine unheimlich schöne, die auch mich noch nachträglich zum Grübeln gebracht hat. Es war ein wunderbares Abenteuer, die jungen Menschen, die ihre ersten Schritte in der (vermeintlichen) Freiheit tun, zu beobachten und zu erleben, wie die gesprochene Literatur das Höchste aller Güter für sie war.

Das Buch bietet Parallelen zu mehreren Geschichten, mit denen ich mich schon vorher beschäftigt habe. Ein Vergleich ist der Film „Mona Lisa Smile“ mit der großartigen Julia Roberts, wo es auch darum geht, sich von den Zwängen der Ausbildung und der Gesellschaft zu befreien, um selbst zu entscheiden, was wirklich zählt. Auch fand ich darin das Buch „In Frühlingsnächten“ von Jetta Carleton wieder, das ich hier bereits vor einiger Zeit rezensiert habe. Der Gedanke ist also nicht einzigartig, aber dennoch ist er auf eine einzigartige Weise ergriffen umgesetzt worden. Im Film und danach auch im Buch. Eine relativ kurzweilige Lektüre, die sich aber auf jeden Fall lohnt und dazu einlädt, sich öfter einmal von der Literatur verschlingen zu lassen.

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Rachel Cohn – Very LeFreak

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0375857583.01.LZZZZZZZInhalt: Very LeFreak ist ein Mädchen, dem Technik alles bedeutet.Mobiltelefon, Computer, Laptop – all das bestimmt ihren Alltag und lässt ihr kaum Zeit, ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln, die schon in jungen Jahren von mehreren Schicksalsschlägen geprägt ist. Schließlich muss Very einen Entzug beginnen, um zu erkennen, was wirklich im Leben wichtig ist und auf wen sie sich verlassen kann. Viele Leute dort teilen ihr Schicksal und unterstützen sie, doch es gibt auch Einzelne, die sie in den Abgrund zurückziehen wollen. Und dort ist auch immer noch ihre mögliche geheime Liebe, die sie nur über das Internet kennt. Ob sich diese Komponenten zu einem glücklichen, suchtfreien Leben vereinbaren lassen, ist das große Rätsel in diesem Roman.

Amhranai meint: Dass man sich zu viel mit Technik beschäftigt, ist wohl fast jedem Teenager/jungen Erwachsenen schon mal untergekommen. Insbesondere wenn man erstmal verschiedenstes Spielzeug zur Verfügung hat, wie Smartphones, Iphones, Ipods, PCs, Laptops, Netbooks, Tablets und anderes, fällt es manchmal direkt schwer, darauf im Alltag zu verzichten. Verys Leben dreht sich nur noch darum, so dass ein Leben offline für sie unvorstellbar scheint. Alle Warnzeichen schlägt sie in den Wind, stattdessen zieht sie sich immer weiter aus dem „wirklichen Leben“ zurück und versinkt hinter diversen Bildschirmen.

Im allerletzten Moment wird Very in den Entzug geschickt, wo sie lernen soll, ganz ohne Technik in ihrem Alltag klarzukommen. Was schon für uns schwierig klingen mag, ist in ihrem Fall beinahe unmöglich und treibt sie häufig an ihre Grenzen. Auch die Bekanntschaft mit einigen zwielichtigen Gestalten wirft sie kurz vor ihrem Ziel noch einmal aus der Bahn. Spätestens an dieser Stelle möchte man als Leser sie gerne schütteln und ihr zeigen, wie nah das normale und glückliche Leben schon ist. Und dort macht man sich auch selbst Gedanken darüber, wie es im eigenen Leben eigentlich aussieht. Wenngleich einige Situationen sicherlich überspitzt wirken und so nicht zwangsläufig passieren würden, gibt das Buch doch kleine Denkanstöße und bleibt etwas länger im Gedächtnis, nachdem man die letzten Seiten gelesen hat. Ein weiteres, tolles Buch von Rachel Cohn, die mich ja schon mit „Dash&Lily’s Book of Dares“ begeistert hat.