John Katzenbach – Das Opfer

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Inhalt: Die junge Studentin Ashley Freeman genießt ihr Leben in vollen Zügen. Ohne festen Partner, inklusive daraus resultierende Verantwortung, und mit einem Studium, das ihr Freude macht, ist jeder Tag für sie voll Sonnenschein. Doch als sie den Computerhacker Michael O’Connell kennenlernt, ist alles anders. Denn Michael ist ein Psychopath, der es sich in den Kopf gesetzt hat, Ashley ganz für sich allein zu haben. Und wenn er sie nicht haben kann, dann soll sie auch kein anderer haben. Grausame Machtspielchen beginnen, die sowohl Ashley als auch ihre ganze Familie mehrmals in Lebensgefahr bringen und zeigen, zu was Michael fähig ist, wenn er seine Kräfte voll entfaltet…

Amhranai meint: Ich habe den großen Fehler begangen, dieses Buch nachts zu lesen. Allein im Haus, überall knackte es und draußen huschten Schatten an den Fenstern entlang. Dies ist keine gute Kombination für einen entspannten Leseabend – schon gar nicht mit einem brillianten Thriller wie diesem hier. Schon die beiden Bücher, die ich zuvor von Katzenbach gelesen habe (Die Anstalt und Der Patient), haben mich sehr begeistert, doch dieses Buch hat mich schlichtweg umgehauen. Die Sachlichkeit, mit der Katzenbach die grausamen Taten Michaels beschreibt und geschehen lässt, gehen sofort unter die Haut und sorgen für eine mächtige Gänsehaut. Es scheint über alles Menschliche hinauszugehen, was dieser Mensch veranstaltet, um sich die Liebe und Zuneigung (wenn es denn das wirklich ist, was er will) einer jungen Frau zu sichern. Harmlosere Ideen wie Telefonanrufe und mildes Verfolgen nimmt man als Leser ja noch in Kauf, wenn man sich auf so eine Geschichte einlässt, doch irgendwann waren die Grenzen zum Wahnsinnigen und Bösen dann deutlich überschritten, was mich fast davon abgehalten hat, weiterzulesen. Doch natürlich musste ich wissen, wie dieser Thriller ausgeht!

Neben der enormen Nüchternheit, mit der Michaels Taten und Gedanken geschildert werden, bekommt man eine völlig andere Gefühlswelt vermittelt, nämlich die, in der sich Ashley und ihre Familie bewegen. Diese völige Hoffnungslosigkeit und pure Verzweiflung, die an ihnen allen nagt und für schiere Panik sorgt, ist so zum Greifen nah und so verdammt real, dass man sie am liebsten selbst beschützen würde. Von einem Irren verfolgt zu werden und nichts von dem, was er plant und ausführt, verhindern zu können, ist furchtbar. Ich konnte mich so gut in Ashley hineinversetzen und spüren, wie sie sich fühlen muss. Dass sie keine Chance hat, dem zu entrinnen, was Michael ihr antut, und dass es sie gleichzeitig völlig zerstört.

Irritierend an dem Buch sind kleine eingeschobene Unterhaltungen zwischen zwei Personen, die bis ganz zum Ende nicht näher beleuchtet werden. Sie unterhalten sich über den Fall, aber es wird nicht klar,wer denn da eigentlich mit wem spricht. Auch habe ich oft die Teile ein wenig schneller gelesen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit: Eigens für dieses Buch habe ich mir kurzfristig eine neue Kategorie einfallen lassen, nämlich Buch des Monats. Wie schon der Name sagt, wähle ich jeden Monat ein Buch aus, was meine Topempfehlung darstellen soll. In diesem Fall ist das definitiv Das Opfer! Nur ein Tipp: Möglichst tagsüber lesen, wenn man nachts gern noch schlafen möchte. Ich spreche aus Erfahrung.

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3 Kommentare zu „John Katzenbach – Das Opfer

    Therry sagte:
    Juni 4, 2012 um 5:30 am

    Oh, es ist sooo lange her, dass ich John Katzenbach gelesen habe (und die Katzenbach-Bücher gehören leider auch zu denen, die ich verliehen und nie zurückbekommen habe -.-)… Ich mochte seine Bücher total gerne *_*

      amhránaí geantwortet:
      Juni 4, 2012 um 6:05 am

      Jaa,Katzenbach ist wirklich gut. Eins seiner Bücher mochte ich nicht so (Rezension dazu folgt auch in den kommenden Tagen, sobald ich mein Referat überlebt habe…), aber die anderen haben mich total begeistert!

    […] diesem Jahr. Wer sich auch mal von Katzenbach infiziert werden will, sollte sich beispielsweise auf das Opfer verlegen. Auch der Patient oder die Anstalt sind zu empfehlen, aber zu diesem Buch würde ich […]

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