Lisa Tucker – Song Reader

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Inhalt: Die zwei Schwestern Mary Beth und Leeann leben gemeinsam mit einem von Mary Beth adoptierten Kleinkind namens Tommy in einer kleinen Stadt in den USA. Nachdem ihr Vater sie vor vielen Jahren verlassen hat, verloren sie vor kurzem auch ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall, so dass sie nun auf sich selbst gestellt sind. Mary Beth stellt bald fest, dass herkömmliche Berufe nicht ihren Fähigkeiten entsprechen und so macht sie sich als Song Reader selbstständig. Ihre Kundinnen kommen zu ihr in der Hoffnung, dass Mary Beth ihr Leben verändern kann, indem sie sich mit den Songs auseinandersetzt, die ihre Kundinnen beschäftigen. Dafür werden detaillierte Charts angelegt, die beinhalten, welche Songs mit welchen eventuellen Textveränderungen im Kopf der Kundinnen herumspuken und auch, welche Emotionen diese hervorrufen. Daraus leitet Mary Beth wesentliche Lebensentscheidungen oder auch Blockaden ab, wobei sie tatkräftig von ihrer deutlich jüngeren Schwester unterstützt wird. Eines Tages jedoch verkehrt sich eine ihrer Prophezeiungen ins Negative und Mary Beth fällt in ein tiefes Loch, aus dem sie alleine nicht mehr herauszukommen scheint. Leeann ist mit der Situation völlig überfordert, zumal sie sich neben der Schule und ihrer mit einem Mal depressiven Schwester auch noch um den kleinen Tommy kümmern muss, obwohl sie selbst noch mitten in der Pubertät steckt. Und so trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

Amhranai meint: Dass die Songs,die uns allen im Kopf herumgehen, eine Bedeutung haben und nicht nur aus purem Zufall dort sind, ist eine Idee, die mir sehr gut gefällt und die mich letztlich auch dazu gebracht hat, dieses Buch zu kaufen. Schon den Titel fand ich sehr ansprechend und ich war neugierig, was es mit dieser Wissenschaft auf sich hatte. In der ersten Hälfte des Buches basiert der Großteil der Handlung noch auf Mary Beths Beruf, während er in der zweiten technisch gesehen stark in den Hintergrund rückt.Nach wie vor ist er als Auslöser für vieles von dem anzusehen, was passiert, aber er spielt zur gleichen Zeit kaum noch eine Rolle. Stattdessen werden zwei familiäre Tragödien in den Mittelpunkt gerückt – zum Einen die um Mary Beth und Leeann, die immer wieder mit Rückblenden und Gedanken an die Vergangenheit dargestellt wird, zum Anderen die, die Mary Beth so erschüttert. Insbesondere die Problematik in den familiären Beziehungen zwischen den Mädchen und ihren Eltern wird sehr stark ausgearbeitet und wird ganz offensichtlich als Aufhänger dafür genutzt, die Charaktere deutlicher darzustellen. Leider wirken die Charaktere zum Teil überzogen und nur bedingt glaubwürdig, so dass für mich schon dort ein großer Teil des Zaubers verloren ging.Die diversen Nebenfiguren sind zum Teil verwirrend und bremsen den Verlauf der Geschichte mehr, als dass sie ihn fördern.

Insgesamt hat mir das Buch zwar ganz gut gefallen, aber auch durch meine Ansprüche, die ich von vornherein in die Geschichte gelegt habe, war dies ein teils eher enttäuschendes Leseerlebnis. Vermutlich hätte ich bedenken sollen, dass dies immer noch ein Roman ist und keine musikwissenschaftliche Studie. Hätte ich das berücksichtigt, wäre ich vielleicht mit einer anderen Einstellung daran gegangen und hätte nicht die gesamte Handlung über darauf gewartet, dass man noch mehr über die Tätigkeit eines Song Readers erfährt.

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